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Mit dem Campern durch Neuseeland – der Süden

Mit dem Campern durch Neuseeland – der Süden

Die Überfahrt zur Südinsel lief wie am Schnürchen, die Sonne verwöhnte uns und rückte die zauberhafte Landschaft ins richtige Fotolicht. Als ob das nicht schon genug gewesen wäre, gab’s bei der Ankunft in ‘Picton’ auch noch mal eine kleine Robbenshow zu bestaunen. Ziemlich guter Start wenn ihr uns fragt. Unser Plan für die 17 verbliebenen Tage war es, die Östküste der Südinsel herunterzureisen, um anschließend über die Südalpen nach Christchurch zu fahren, unsere letzten Station in Neuseeland. Als erstes sollte es in den ‘Abel-Tasman Nationalpark’ zum Wandern gehen. Nachdem wir aufgrund des starken Regens einen Tag in ‚Tekaka’ herumbrachten, ging es am darauffolgenden Nachmittag in den Nationalpark. Natürlich hatten wir uns wieder vorher nicht erkundigt, wie die Straßenverhältnisse sind. Und so fanden wir uns einmal mehr auf einer nass-rutschigen Schotterstraße wieder, die 12km über einen Bergpass ging, der durch den Regen der Vortage einige Hürden bereithielt. Leicht verschwitzt kamen wir dennoch sicher im Park an. Im Sommer sollen hier bis zu 2000 Camper und Wanderer unterwegs sein. An diesem Nachmittag war außer uns weit und breit niemand zu erspähen. Auch am nächsten Morgen war keine andere Menschenseele zu sehen und die Sonne kämpfe sich ihren Weg zurück. Neuseeland hat zehn sogenannte “Great Walks” die über mehrere Tage an Küsten, über Berge und durch Regenwälder gehen. Einer dieser Wanderwege ist der “Coastal Walk” im ‚Abel-Tasman’. Aufgrund mangelnder Ausrüstung und Zeit, entschieden wir uns dazu nur einen Teil der Weges zu absolvieren. 6 Stunden über Felder, durch den Regenwald und an traumhaften, menschenleeren Stränden vorbei, um am Ende wieder Robben beim Jagen zu beobachten. Die Vielfalt Neuseelands schien auf der Südinsel sogar noch ein bisschen größer zu sein. Leicht erschöpft aber glücklich ging es nach der Wanderung weiter Richtung Süden.

Wer im Winter durch NZ reist, sollte immer mal ein Auge auf den Wetterbericht werfen. Wenn man zum campen in die Berge fährt, wünscht man sich, dass zu den nächtlichen Außentemperatur um die Null Grad nicht auch noch Schnee oder Regen dazu kommen. Da Petrus sich die darauf folgenden Tage äußerst gnädig zeigte, war unser nächstes Ziel der ‚Franz-Josef’ Gletscher. Dieses Gletschergebiet ist in mehreren Hinsichten einmalig auf der Welt. Die Gletscherzunge geht von ca. 3000m fast bis auf Höhe des Meeresspiegels hinuter und durchquert dabei mehrere Klimazonen. Am Fuß des ‚Franz-Josef’ ist ein Regenwald und gleichzeitig leben hier Pinguine, eine ziemlich außergewöhnliche Kombination! Nachdem wir den Gletscher aus dem Tal erkundet haben, wollten wir mehr, denn die Kulisse war einfach unglaublich beeindruckend. Also entschieden wir uns dazu, am nächsten Tag den Gletscher auch von weiter oben zu erkunden, und zwar per Helikopter. Auch wenn der Flug insgesamt nur ein paar Minuten dauerte, war es doch eine unglaubliche Erfahrung. Kaum auf dem Gletscher gelandet, ging es auch schon durch die ersten Gletscherspalten und Eishöhlen um nach drei Stunden Eiswanderung leider wieder den Rückflug anzutreten. Für uns eines der absoluten Highlights in Neuseeland und unvergessliches Abenteuer unserer Reise.

Da wir noch viel sehen wollten, ging es am gleichen Tag weiter gen Süden. Es war an der Zeit, mal wieder auf die Skier bzw. das Snowboard zu steigen. Drei Tage Winterurlaub in ‚Wanaka’ und dem dazugehörigen Skigebiet ‚Treble Cone’. Wer jetzt an Wintersport wie in Österreich denkt, liegt nicht ganz richtig. Die Skigebiete Neuseelands sind wesentlich kleiner als bei unseren Nachbarn. Zudem gelangt man nur mit dem Auto zur Bergstation, was sich als schweißtreibendes Unterfangen entpuppte. 12km bergauf mit dem Campervan über teils schneebedeckte Schotterstraßen, natürlich ohne Schneeketten :D. Wer den Weg nach oben schafft, der muss auch wieder runterkommen. Und was am Morgen noch Schnee war, verwandelte sich im Laufe des Tages zu Matsch. Nicht nur für Anni, sondern auch für unsere Bremsen war das anscheinend zu viel und so mussten wir am ersten Tag auf halber Strecke stoppen, um unseren qualmenden Bremsen (und Anni) eine Verschnaufpause zu gönnen. Die letzte Nacht schneite es so sehr, dass lediglich Allrad oder Autos mit Schneeketten die Reise zur Bergstation antreten durften. Da wir aber nicht aufs Skifahren verzichten wollten, ging’s per Anhalter hinauf. Es war keine Minute vergangen und wir saßen schon im Jeep auf dem Weg zu den Liften. Genauso einfach ging es dann auch wieder herunter. Einfach toll, wie nett und freundlich diese Kiwis sind. Nach frostigen Tagen am ‚Wanaka’ See führte unsere Route uns zurück ans Meer. Das Fjordland lud mit seinen Bergen und Seen zum Wandern und Verweilen ein. Wie erwartet, war die Region um ‚Milford Sounds’ einfach traumhaft. Tiefblaue Bergseen und schneebedeckte Berge ließen uns aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen. Mit dem Boot ging es durch das Fjord von ‚Milford Sound’. Eine wundervolle Landschaft mit einer Mischung aus Bergen, Gletschern, Wasserfällen und dem schier grenzenlosen Ozean. Auch an diesem Tag schienen wir wieder Glück zu haben, denn neben den Robben begleiteten auch jede Menge Delfine unser Boot durch das Sound. Anschließend ging es wieder Richtung Norden nach ‚Queenstown’ um den weltberühmten ‚Fergeburger’ zu probieren und nochmal ausgiebig das Tanzbein zu schwingen. Leicht verkatert machten wir uns auf den Weg um den Sternenhimmel Neuseelands etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Der See ‚Tekapo’ ist der perfekte Ort dafür. Leider waren die Nächte bewölkt und wir kamen nicht in den Genuss dieses Naturschauspiels. Die letzten Tage verbrachten wir damit im ‚Aoraki’ Nationalpark zu wandern, der das Zuhause des ‚Mount Cook’, Neuseelands höchsten Bergs, ist. Ehe wir uns versahen waren unsere Stunden in diesem wundervollen Land gezählt und wir saßen im Flieger nach Fidschi. 32 wundervolle und aufregende Tage liegen hinter uns und wir sind schon etwas traurig, dass wir nicht noch länger bleiben konnten, aber wie heißt es so schön: man sieht immer zweimal im Leben.

celle

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