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Vom Meer in die Berge – Wandern im Hochland rund um Ella

Vom Meer in die Berge – Wandern im Hochland rund um Ella

Wenn man mal ganz ehrlich ist, dann mag eigentlich keiner so wirklich „Reisetage“. Aber sie gehören zum Backpacker-Alltag einfach dazu, so wie das Salz in die Suppe. Fairerweise muss man aber sagen, dass die Transportmöglichkeiten auf Sri Lanka vielseitig sind und man sich zu fast jeder Zeit von A nach B bewegen kann, nur weiß vorab niemand so richtig, wie lange die Reise eigentlich dauern wird und wann genau die Abfahrt ist. So hilfsbereit die Sri Lankaner auch sind, wenn man sie nach dem Weg oder Buszeiten fragt, dann erzählt eigentlich jeder etwas anderes. 😀 Von Weligama ins Hochland nach Ella sind es ungefähr 200km und laut Google Maps dauert die Fahrt 5h, aber so ganz konnten wir das nicht glauben, denn uns wurde eigentlich alles zwischen 4-10 Stunden vorab als grobe Zeitangabe genannt. Und so stellten wir uns sicherheitshalber auf den „Worst-Case“ ein. Zu unserer Überraschung waren wir dann aber schon nach 6 Stunden in Ella. Der erste Bus fuhr uns von Weligama nach Matara. Dort angekommen mussten wir am Busbahnhof einmal umsteigen und hatten Glück, dass wir direkt einen Anschlussbus erwischt hatten. Was nämlich keiner so richtig weiß: der direkte Bus von Matara nach Ella ins Hochland fährt nur zweimal am Tag. Der eine am Morgen und der andere am Nachmittag. Kurz noch ein paar Snacks und Wasser für die Fahrt besorgt und dann ging die wilde Reise auch schon weiter. Mit lauter srilankanischer Diskomusik und eine Art „Mini Playbackshow“ für Erwachsene im Fernsehen (ja, in den klapprigen Bussen aus den 80er Jahren wurden Flachbildschirme und Bassboxen zur „Unterhaltung“ eingebaut) ging es für ca. 2 Stunden die A2 direkt an der Küste entlang, bevor der Bus dann hinter Hambantota sich langsam landeinwärts bewegte. Immer wieder gab es einen kurzen Stopp um noch schnell ein paar Leute einzusammeln, denn auf den lokalen Bus kann man anscheinend immer aufspringen, egal ob irgendwo auf am Straßenrand oder an der Bushaltestelle, wer mit möchte, ist jederzeit willkommen. Am Ende verging die Zeit doch schneller als erwartet und auch die Fahrt selbst war gar nicht so anstrengend wie anfangs befürchtet. Abgesehen von der pausenlosen Beschallung aus den Boxen war es sogar eine ziemlich entspannte Tour. Nach 6h waren wir dann tatsächlich auch in Ella.

In Ella angekommen, ging es erst einmal in unsere schöne und ruhig gelegene Unterkunft „Top Heavens“. Da es „erst“ Nachmittags war, hatten wir noch etwas Zeit für eine erste Erkundungstour, also haben wir uns direkt auf den Weg zur „9 Arch Birdge“ gemacht. Von Ellas Zentrum kann man entweder laufen (ca. 4km, 1h), oder mit dem TukTuk einen Teil der Strecke fahren und dann laufen. Da wir den letzten Zug auf der Brücke nicht verpassen wollten, haben wir uns fürs TukTuk entschieden und sind den Rest der Strecke gelaufen (insgesamt ca. 20min). Der Ausblick auf die Brücke ist echt super schön, und wenn man den Hügel etwas nach oben läuft bekommt man ein tolles Panorama der ganzen Brücke und Landschaft. Da Nachmittags/Abends relativ viele Touristen unterwegs sind, ist es sicher mehr zu empfehlen die Brücke möglichst früh am morgen zu besuchen. Mit etwas Glück hat man sie ganz für sich alleine 🙂

Den zweiten Tag in Ella wollten wir für weitere Wanderungen nutzen, morgens zum Ella Rock und zum Sonnenuntergang zum Little Adams Peak. Da Anni schon das zweite Mal in Ella zu Besuch war, konnte sie sich zumindest noch grob an den Weg zum Ella Rock erinnern – dieser ist nämlich gar nicht so leicht zu finden. Am Bahnhof von Ella folgt man am besten einfach den Schienen Richtung Colombo. Keine Angst, da der Zug mit nur 10-15 kmh durch die Berge schleicht, kann man es den Locals gleich tun und sorglos auf den Schienen laufen. Nach ca. 2km erreicht man auch schon die Station „Kital Ella“. Es gibt vor der Bahnstation bereits ein Hinweisschild für den Ella Rock, aber dieses ist eher irreführend und man landet am Ende irgendwo hilflos am Berg und nicht auf dem wesentlich einfacher zu findenden Weg. Daher an der Bahnstation „Kital Ella“ vorbei laufen und direkt danach geht links ein kleiner Weg ab, dieser führt erst seicht durch Chili-Plantagen und Reisfelder und steigt dann allmählich an. Überall entlang der Strecke wurden rote Pfeile zur Orientierung angemalt, wenn man diesen folgt findet man ohne Probleme den richtigen Aufstieg. Ansonsten sind auch überall sehr nette Bauern unterwegs, die einem notfalls für einen kleinen Obolus den richtigen Weg zeigen oder sich auch gleich als Guide anbieten. Nach insgesamt 2,5h hatten wir dann den Ella Rock erreicht und wurden mit einem phantastischen Ausblick auf Ella und die Landschaft drum herum belohnt. Der Abstieg ging dann etwas schneller und nach 1,5h waren wir zurück in unserer Unterkunft. Nach einer kleinen Pause ging es dann 17Uhr zum „Little Adams Peak“, der wohl bekanntesten Wandertour in Ella. Der Ausblick lohnt sich am meisten morgens zum Sonnenaufgang oder abends zum Sonnenuntergang. Der Weg ist alles andere als schwer zu finden. Man läuft einfach in die gleiche Richtung wie zur berühmten „9 Arch Bridge“ und nach 2km stadtauswärts kommt ein gelbes Schild mit der Abzweigung zum Aufstieg, danach kann man es nicht mehr verfehlen. Da die Wanderung wirklich ziemlich einfach ist, ist der Aussichtspunkt auch immer gut besucht. Jedoch findet man auch hier, etwas abseits der Pfade, noch einen schönen Fleck für sich, um die tolle Aussicht zu genießen. Glücklicherweise hatten wir uns vorher noch ein kühles Bierchen aus dem „Beer Pub“ in der Stadt besorgt, was den herrlichen Sonnenuntergang perfekt abgerundet hat. Was wir an dem Tag übrigens auch erst erfuhren war, dass Bier und anderer Alkohol nur in bestimmten Shops oder eben „Beer Pubs“ verkauft wird. Davon gibt es meist einen in jedem größeren Ort. Aus Respekt gegenüber den Einheimischen hatten wir uns natürlich komplett abseits vom Buddha-Schrein, am Nebenberg, niedergelassen.

Alle drei Wanderungen waren bzw. sind wunderbar und auch sehr unterschiedlich, sodass wir wirklich jedem empfehlen würden, alle zu machen. Ella selbst war eher nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Die kleine Stadt im Hochland scheint in den letzten Jahren sehr viel an Tourismus dazu gewonnen zu haben, denn überall wird gebaut und auf den Straßen ist jede Menge Verkehr. Für die Einheimischen ist das natürlich eine positive Entwicklung, aber uns hat die Authentizität und der Charme eines Bergdorfs gefehlt. Daher haben wir nach zwei schönen Wandertagen auch schon wieder unseren Rucksack gepackt und sind mit dem Bus weiter Richtung Ostküste gefahren, denn dort warteten eine Safari, leere Strände und ein wenig Surfen auf uns.

celle

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